Verschiedenes

Für unser einzigartiges Glockenspiel

Täglich hören wir drei mal in Ducherow acht Glocken zierlich klingen; die Tageszeit und Gottes Nähe sie in frommen Liedern den Menschen nahe bringen. Vor 100 Jahren vom Patron gestiftet, fehlten die Glocken 56 Jahre lang. Nur in den Herzen bewahrten die Ducherower liebevoll ihren einstigen Klang! Bis neue Glocken aus Holland 1997 ersetzten die schönen alten! Inzwischen – oh Freude! – es fanden sich drei von denen, die längst verschollen galten. Wer kann uns sagen, wo die anderen fünf hin kam´n? Denn gerne würden wir sie alle wieder in unserem Turm hab´n! Von Rochlitz 1914 gebaut, lasst uns bewahren dieses edle Erbe, damit die Botschaft der Glaubenslieder stets weitergetragen werde: Nie soll vergessen werden der Dichter tiefe Weisheiten, denn immer will Gott die Menschen trösten und begleiten! So erbitten wir heute unter diesen Glocken Gottes schützenden Segen, Sei´s morgens, mittags, abends: ER sei auch künftig bei uns auf allen unsern Wegen!

Barbara Süptitz zum 100. Jubiläum unseres Glockenspieles am 05.04.2014.


Acht Glocken sind’s, teils groß, teils klein, verschieden im Ton, harmonisch fein …

Dieses Gedicht, das die Frau des Ducherower Pastors Ernst Meinhof einst verfaßte, spricht von der damaligen Liebe der Ducherower zu ihrem Glockenspiel und ist 1935 zum 70. Geburtstag des Grafen Ulrich von Schwerin (*15.07.1865) entstanden.

linolschnitt

Glockenspiel Ducherow: Linolschnitt, 1934, Joachim Meinhof (damals 11 Jahre alt)

Acht Glocken sind’s, teils groß, teils klein verschieden im Ton harmonisch fein. Und jede bekommt zur rechten Zeit den Anstoß, der sie lässt klingen weit, zu mahnen die hastende Menschenheit. Schon morgens, wenn die Sonn aufgeht, dann klingen die Glocken als Morgengebet: “Wach auf mein Herz und singe dem Schöpfer aller Dinge.” So mancher fängt dann grad’ die Arbeit an, manch einer hat dann schon viel getan, und mancher pflegt dann noch der Ruhe still, ja, hören kann’s jeder, wenn er nur will, und danken dem, der uns die Nacht hat so väterlich bewacht!

“Jesu geh voran auf der Lebensbahn.” So schallt es alltäglich zur Mittagszeit vom Kirchturm her über die Häuser weit. O, Menschenherz, gedenk daran, wer allein Dich den rechten Weg führen kann, Dich in schwerer Zeit, in leidvollen Tagen, Dir Kummer und Sorgen das Herze plagen, da rufen’s die Glocken uns tröstend zu, und bringen dem traurigen Herzen Ruh. “Sollt’s uns hart ergeh’n laß uns feste stehn.”

Und abends, wenn das Tagwerk getan, daheim bei den Lieben ist jedermann wie klingt’s dann so stimmungsvoll über die Felder, Paul Gerhardt’s Lied: “Nun ruhen alle Wälder…”. Dann faltet die Hände und denkt an alle, die lieb Euch sind – denkt beim Glockenschalle: “Auch Euch Ihr meine Lieben soll heute nichts betrüben, kein Unfall noch Gefahr. Gott laß Euch ruhig schlafen stell’ Euch die güld’nen Waffen, ums Bett und seiner Engel Schar!”.

von Maria Meinhof